Wohnen auf dem Land ist nicht nur ein Trend sondern für viele Menschen ein Stück Freiheit!
Eine erste grobe Unterscheidung kann anhand der aktuellen Bewirtschaftung getroffen werden. Ist der Betrieb als Ganzes noch aktiv oder handelt es sich um einen stillgelegten ehemaligen Bauernhof, der beispielsweise mit einem Wohnhaus, einer Scheune und gegebenenfalls auch Ländereien zum Verkauf steht?
Unter landwirtschaftlichen Immobilien oder Betrieben versteht man in der Regel aktive Betriebe der Land- und/oder Forstwirtschaft (mit oder ohne Viehwirtschaft). In der Regel setzen sie sich aus einem Wohnhaus sowie weiteren Wirtschaftsgebäuden (Scheune, Maschinenhalle, Stallungen, weitere Nebengebäude usw.) zusammen. Außerdem ist bei einem aktiven Betrieb davon auszugehen, dass zahlreiche Ländereien (Ackerland, Grünland oder Forst) mitveräußert oder zumindest zur Pacht angeboten werden sollen. Neben den eigenen Flächen ist es nicht unüblich, dass darüber hinaus noch zahlreiche gepachtete Flächen als Betriebserweiterung zur Verfügung stehen.
Der Begriff „Hofstelle“, der häufig auch als „Resthof“ bezeichnet wird, wird in der Regel für ehemalige, zumeist landwirtschaftlich genutzte Immobilien verwendet, die keinen aktiven landwirtschaftlichen Betrieb mehr darstellen. Das Ensemble besteht aus einem Wohnhaus und mindestens einem größeren Nebengebäude (Scheune, ehemalige Stallungen, weitere Nebengebäude usw.). Eigene dazugehörige Grundstücke in Form von Ackerland, Grünland oder Forst sind nicht zwangsläufig mit dem Angebot verbunden, und wenn doch, dann in einem begrenzten Umfang von ein oder wenigen Ar bzw. Hektar (1 Ar = 100 m² / 1 Hektar = 10.000 m²). Resthöfe sind bei Menschen mit einem erhöhten Platzbedarf beliebt, die die Nebengebäude beispielsweise für eine Hobbywerkstatt, Oldtimer oder Pferde nutzen möchten. Für letztere, die als Interessenten oft in Frage kommen, ist es jedoch meist unabdingbar, dass zumindest eine gewisse Anzahl an landwirtschaftlichen Flächen (Grünland in Form von Weiden oder Wiesen) zur Verfügung steht. Dies erhöht die Attraktivität und die Marktgängigkeit der Immobilie für Verkäufer und Käufer enorm. Leider gehören Acker- oder Weideflächen oft nicht mehr zum Anwesen.
Gutshöfe/Gutshäuser oder Herrenhäuser sind zumeist aufwendig gestaltete Landsitze in gutem Zustand und in reizvollen Lagen, die eigentlich einer der beiden vorangegangenen Kategorien zuzuordnen sind. Je nach Ausgestaltung können sie zu absoluten Liebhaberobjekten werden. Generell gilt jedoch: Ob Bauernhof, Gutshof oder Resthof – auf einem weitläufigen Anwesen mit der ganzen Familie zu leben, ist immer noch ein weitverbreiteter Traum. Vor allem in der Hektik des städtischen Alltags lassen die Grundstücksgrößen kaum noch Spielraum für die volle Entfaltung. Auch bei Menschen mit handwerklichem Geschick, die Freude an der Instandsetzung geschichtsträchtiger Gebäude haben, sind Resthöfe sehr beliebt. Dadurch wird aus dem Resthof eine ganz spezielle Immobilie.
Wo liegen die Besonderheiten dieser Immobilien?
Generell ist der aktuelle Stand von Sanierungsarbeiten bei Landsitzen und Resthöfen von sehr großer Bedeutung. Auch die Lage (Innenbereich/Außenbereich) und ggf. damit verbundene Auflagen (beim Erwerb oder der Sanierung) sind für die Preisgestaltung und die Marktgängigkeit relevant. Im Vorfeld muss ebenfalls die Frage beantwortet werden, ob und welche Teile des Besitzes unter Denkmalschutz stehen. Denn das hat starke Auswirkungen auf zukünftige bauliche Maßnahmen und die damit verbundenen Kosten.
Wie steigere ich die Attraktivit dieser Immobilien?
In diesem Fall wird die Attraktivität durch die Option, einen Teil der noch vorhandenen Grünflächen zu kaufen, exorbitant gesteigert. Wenn die Wiese/Weide in kurzer Entfernung oder in Sichtweite zum Resthof liegt, ist dies ein äußerst attraktives Angebot für Pferdehalter/-innen. Durch die Möglichkeit, das Hobby freier zu entfalten (weil das eigene Pferd direkt zu Hause ist und nicht mehr für mehrere Hundert Euro pro Monat in einer Pferdepension untergebracht werden muss), wird die Immobilie für einen gewissen Interessentenkreis attraktiv.
Etwaige Mängel an der Wohnimmobilie oder ein größerer Sanierungs- oder Renovierungsstau werden bis zu einem gewissen Punkt in Kauf genommen, da das Angebot vergleichbarer Objekte begrenzt ist. In diesem speziellen Fall wird der Resthof nicht nur als Wohnraum, sondern auch als Möglichkeit wahrgenommen, eine Lebensweise zu führen, die im Einklang mit der Liebe zur Natur und zu Tieren steht. Die Nähe zur Natur, die Möglichkeit, eigene Tiere zu halten, und das ländliche Umfeld sind für viele Menschen von hoher Bedeutung – vor allem für diejenigen, die dem städtischen Trubel entkommen möchten.
Darüber hinaus kann die Kombination aus Wohn- und Pferdehaltung auch für potenzielle Käufer und ihre Familien von Vorteil sein. Kinder haben die Möglichkeit, mit Tieren aufzuwachsen, Verantwortung zu lernen und die heilende Wirkung der Natur zu erfahren. Das Leben auf einem Resthof kann somit einen hohen Freizeitwert und eine Verbesserung der Lebensqualität bieten. Zudem ist die großflächige Scheune vielseitig nutzbar. Ob als Werkstatt, Lagerraum oder für eine kreative Hobbynutzung – die Flexibilität ist ein weiterer Vorteil.
Die Option, einen Teil der Grünflächen zu erwerben, steigert zudem nicht nur den Wert der Immobilie, sondern auch die Investitionsmöglichkeiten der Käufer. Die zusätzlichen Flächen können selbst genutzt oder langfristig als Kapitalanlage verpachtet werden. Es ist daher nicht verwunderlich, dass immer mehr Menschen Immobilien in ländlichen Regionen ins Visier nehmen. Die besondere Schwierigkeit dieser Immobilienart besteht jedoch darin, den Zustand und die damit verbundenen Möglichkeiten richtig einzuschätzen und das Objekt für Verkäufer und Käufer im Markt attraktiv zu bepreisen.
