Was sind die häufigsten land- und forstwirtschaftlichen Flächen und welche Besonderheiten gibt es?

Die hier am häufigsten vorkommenden Flächen sind:
  1. Ackerland
  2. Grünland (Weide / Wiese)
  3. Forst (Wald)
Darüber hinaus gibt es auch noch Wasserflächen (Teiche / Seen) Streuobstwiesen, Brachflächen, Abbaugebiete (z.B. für Kies oder andere Rohstoffe) und Unland. Je nach Nutzungsart sind außerdem besondere Merkmale wie Windkraft- oder Solaranlagen oder ähnliches zu berücksichtigen. Die Aufzählung ist nicht abschließend.

Wo liegen die Besonderheiten dieser Grundstücke?
  • Nutzungsart des Grundstücks
  • Bodenbeschaffenheit / Bodenpunkte
  • Größe / zusammenhängende Fläche
  • laufender Pachtvertrag ja/nein
  • Pachtpreise in der Umgebung
  • Auflagen/Schutzgebiete (FFH-Gebiete, Naturschutzgebiete, Wasserschutzgebiete, ...)
  • ...
Um die Preisfindung für diese Art von Grundstücken zu verstehen, ist es wichtig die Besonderheiten landwirtschaftlicher Flächen zu analysieren. Die nachfolgenden Erläuterungen sollen Ihnen einen ersten Eindruck von der komplexen Preisgestaltung in diesem Marktsegment vermitteln.

**Nutzungsart:**
Die Art der Nutzung (z.B. Ackerbau, Viehzucht, Obstbau oder Forstwirtschaft) hat ebenfalls Auswirkungen auf die Bodenpflege und -wirtschaft. Unterschiede in der Nutzung können sich auf die Biodiversität und die Umweltverträglichkeit auswirken. Auch die Art der Bewirtschaftung kann variieren, von konventioneller bis hin zu biologischer Landwirtschaft. Außerdem richtet sich der Kauf- bzw. Pachtpreis im Wesentlichen nach der Nutzungsart.

**Bodenbeschaffenheit / Bodenpunkte:**
Die Bodenbeschaffenheit beschreibt die physikalischen und chemischen Eigenschaften des Bodens, die erheblichen Einfluss auf seine Nutzbarkeit haben. Sandige Böden sind beispielsweise durch eine gute Durchlüftung und Drainage gekennzeichnet, während lehmige Böden Nährstoffe besser speichern können. Solche Unterschiede führen dazu, dass bestimmte Pflanzenarten besser gedeihen, was für die Landwirtschaft oder den Gartenbau entscheidend ist. In vielen Regionen werden Flächen anhand eines Punktesystems bewertet, das Faktoren wie Bodenqualität, Ertragspotenzial und Eignung für verschiedene Nutzungen berücksichtigt. Diese Bodenpunkte können bei der Förderung von landwirtschaftlichen Betrieben eine Rolle spielen und sind entscheidend für Investitionsentscheidungen. In der Regel findet in der Landwirtschaft eine Bewertung in Form von "Bodenpunkten" (Skala: 1-100) statt.

**Größe / zusammenhängende Fläche:**
Die Größe des Grundstücks hat einen maßgeblichen Einfluss auf die landwirtschaftlichen Möglichkeiten. Große, zusammenhängende Flächen erlauben oft eine effizientere Bewirtschaftung, während kleinere Flächen möglicherweise eine Diversifizierung der Anbauarten erfordern. Zudem spielen die geografische Lage und die Erreichbarkeit der Fläche eine Rolle bei der Beurteilung ihrer Rentabilität. Dabei können auch kleine bzw. einzelne Flurstücke die zusammen eine große Fläche ergeben, in der Summe wertvoller sein als die Betrachtung als einzelnes Flurstück.

**Laufender Pachtvertrag ja/nein:**
Die Pachtverhältnisse beeinflussen die Investitionsbereitschaft und die langfristige Planung für eine Fläche ebenfalls. Verpachtete Flächen können für einen Kapitalanleger ein Planungssicherheit bieten. Wenn ein Landwirt eine verpachtete Fläche kauft, möchte er diese in der Regel selbst nutzen, was sich sogar nachteilig auswirken kann. Insgesamt muss immer das jeweilige Grundstück im Hinblick auf die zukünftige Nutzung betrachtet werden. Auch die Laufzeit des aktuellen Pachtvertrags sowie die Verfügbarkeit von "Land" spielen in der Preisgestaltung eine wesentliche Rolle.

**Pachtpreise in der Umgebung**
Die Pachtpreise in unserer Region variieren stark und hängen von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen die Lage, die Bodenqualität, die Art der bewirtschafteten Fläche sowie die spezifischen Anforderungen der Pachtverträge. Im Allgemeinen liegen die Pachtpreise für Ackerland zwischen 200 und 500 Euro pro Hektar undJahr. Grünland ist etwas günstiger und die Verpachtung von Wald ist eher ungewöhnlich. In der Regel richtet sich der Kaufpreis der Grundstücke nach dem erzielbaren Pachtpreis und umgekehrt! Die Verfügbarkeit von Pachtflächen spielt ebenfalls eine wichtige Rolle.

**Auflagen:**
Auflagen in Form von Schutzmaßnahmen (z.B. FFH-Gebiete, Naturschutzgebiete, Wasserschutzgebiete) sind wichtige regulatorische Rahmenbedingungen. Diese Auflagen schränken oft die Nutzungsarten ein oder verlangen zusätzliche Maßnahmen zum Schutz der Flora und Fauna. Damit gehen in der Regel geringere Kauf- bzw. Pachtpreise einher.

**... und viele weitere Faktoren:**
Ein weiterer Grund für die teilweise gestiegenen Preise in den letzten Jahren ist vor allem die Verknappung von ursprünglich landwirtschaftlichen Flächen, insbesondere von Ackerland und Grünland. Denn Land ist kein vermehrbares Gut. Lediglich die Nutzung des vorhandenen Grund und Bodens lässt sich unter Umständen ändern. Manche angedachten Änderungen werden aber nur unter Auflagen gestattet oder sind zum Beispiel aus Gründen des Umweltschutzes sogar untersagt. Aufgrund der stark rückläufigen Milchviehbetriebe in unserer Region lässt sich beim Grünland eine deutlich schwächere Entwicklung im Vergleich zum Ackerland feststellen. Das Thema Biogasanlagen und Maisanbau verstärkt die Preissteigerungen bei Ackerland zusätzlich. Ein weiterer bei uns sehr wichtiger Faktor für die Verknappung ist bei uns der stetig zunehmende Bedarf an Siedlungs- und Verkehrsflächen. Insbesondere der Bau der A44 hat punktuell zu deutlichen Veränderungen geführt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Analyse dieser Faktoren sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede zwischen verschiedenen Grundstücken oder Flächen aufzeigt. Diese sind für die land- und forstwirtschaftliche Nutzung sowie die Bewertung von zentraler Bedeutung und fließen je nach Gewichtung stärker oder schwächer in das Ergebnis ein. Auch die deutlichen Preisunterschiede je nach Gemarkung haben sich in den letzten Jahren verstärkt.

Ackerland

Ackerland ist eine wertvolle Ressource für die Produktion von Nahrungsmitteln und Energie. Darüber hinaus spielt es eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung ökologischer Gleichgewichte. Teilweise wird Ackerland auch als Ausgleichs- oder Stillegungsfläche in Betrieben genutzt und darf nicht vollumfänglich bewirtschaftet werden.

Für eine optimale Bewirtschaftung werden heute deutlich größere Schläge benötigt als in der Vergangenheit, um diese effizient mit großen Maschinen bearbeiten zu können. Zudem ist die Bodenfruchtbarkeit (Bodenpunkte) von zentraler Bedeutung. Ackerland ist in der Regel die hochwertigste der drei genannten Grundstücksarten.

Insgesamt lässt sich sagen, dass Ackerland eine fundamentale Rolle in der Ernährungssicherung spielt. Die Nachfrage ist vorhanden und die Preise variieren örtlich recht stark.

Grünland

Als Grünland werden Flächen bezeichnet, die überwiegend mit Gräsern und Kräutern bewachsen sind und über das Jahr hinweg entsprechend genutzt werden. Die Nutzung erfolgt in der Regel durch Weidewirtschaft (Beweidung) oder durch Mahd zur Heu- oder Silageernte. Diese Flächen sind ein wichtiger Bestandteil der Agrarlandschaft.

In den letzten Jahren hat sich vielerorts eine immer geringere Nutzung durch die Landwirtschaft herauskristallisiert. Üblicherweise liegt das an der deutlich zurückgegangenen Anzahl von Betrieben mit Rinder- und Milchviehhaltung. Dafür ist die Nachfrage durch Pferdehalter oder für andere Nutzungen außerhalb der klassischen Landwirtschaft gestiegen.

Eine Umwidmung von Grünland in Ackerland ist in der Regel nicht möglich. Oft wurden in der Vergangenheit auch Flächen, die als „Ackerland ungeeignet” eingestuft wurden, als Grünland genutzt.

Wald / Forst

Die Nutzung forstlicher Flächen ist sehr unterschiedlich strukturiert. Der größte Eigentümer und Bewirtschafter ist der Staat mit seinen Forstämtern. Teilweise nutzen die Eigentümer die Forstflächen selbst zur Brennholzgewinnung. Ohne Maschinen und das notwendige Equipment ist eine eigene Nutzung in der heutigen Zeit oft nicht zielführend. Ungeübte sollten auch die damit einhergehenden Unfallgefahren nicht unterschätzen.

Forstbetriebe mit mittleren und großen Beständen bewirtschaften den Wald klassisch unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten mit dem Ziel der Stammholzgewinnung. Bei einigen vermögenden Anlegern dient Wald nicht selten auch als Geld- und Kapitalanlage mit dem Ziel der Vermögensdiversifikation. Aus steuerlicher Sicht kann Wald bei Erbschaft oder Schenkung ebenfalls sehr interessant sein. Auch jagdliche Interessen können der Auslöser für den Kauf von „Wald” sein.

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